Was wäre passiert, wenn Hitler 1938 verschwunden wäre?
War Hitler bis 1938 erfolgreich?

Manchmal hört man die Behauptung: Wenn Hitlers Herrschaft 1938 geendet hätte, würde man ihn heute vielleicht als erfolgreichen Politiker sehen. Diese Vorstellung ist problematisch. Denn schon vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Hitler die Demokratie zerstört, politische Gegner verfolgen lassen, Konzentrationslager errichten lassen und Jüdinnen und Juden entrechtet.
Der wirtschaftliche Aufschwung und die sinkende Arbeitslosigkeit wirkten auf viele Menschen damals positiv. Doch sie waren eng verbunden mit Propaganda, Schulden, Aufrüstung, Unterdrückung und der Vorbereitung auf Krieg.
Hätten manche Menschen Hitler als Helden gesehen?
Wahrscheinlich hätten manche Menschen Hitler damals positiv beurteilt. Sie hätten auf die gesunkene Arbeitslosigkeit, den wirtschaftlichen Aufschwung und das neue Selbstbewusstsein vieler Deutscher verwiesen. Genau dieses Bild verbreitete auch die nationalsozialistische Propaganda.
Viele Menschen, die nicht verfolgt wurden und sich dem System anpassten, empfanden die Jahre nach 1933 als Verbesserung. Sie fanden Arbeit, konnten ihre Familien wieder ernähren oder fühlten sich wirtschaftlich sicherer. Im Jahr 1936/1937 näherte sich Deutschland nach offiziellen Zahlen der Vollbeschäftigung.
Doch diese Entwicklung hatte einen hohen Preis. Viele neue Arbeitsplätze entstanden durch staatliche Programme, Aufrüstung und Kriegsvorbereitung. Außerdem wurden nicht alle Menschen gleich behandelt: Frauen wurden häufig aus dem Berufsleben gedrängt, Jüdinnen und Juden wurden entrechtet, politische Gegner verfolgt und viele Menschen aus der Gesellschaft ausgeschlossen.
Der Preis für Sicherheit war hoch
Für viele Menschen war Arbeit wichtiger als politische Freiheit. Sie hatten die Not der Weltwirtschaftskrise erlebt und hofften auf Sicherheit. Manche sahen deshalb über Gewalt und Unrecht hinweg. Andere hatten Angst oder passten sich an.
Doch die Jahre von 1933 bis 1938 waren auch eine Zeit der Verfolgung, der Folter, der ersten Konzentrationslager, der Diskriminierung jüdischer Menschen, der Gleichschaltung und des Terrors. Wer das Regime kritisierte, konnte verhaftet, misshandelt oder in ein Konzentrationslager gebracht werden.
Eine positive Beurteilung Hitlers wäre also auch 1938 nur möglich gewesen, wenn man die Opfer seiner Politik ausblendete.
Viele hatten Angst vor dem Kommunismus
Viele Menschen fürchteten sich damals vor dem Kommunismus. Diesen erschien der Nationalsozialismus als das kleinere Übel. Diese Angst nutzten die Nationalsozialisten aus. Sie stellten sich als Kraft dar, die Ordnung, Arbeit und Sicherheit bringen würde.
Das half ihnen, Unterstützung zu gewinnen. Es verhinderte aber auch, dass viele Menschen die Gefahren der Diktatur rechtzeitig erkannten oder sich dagegenstellten.
Zustimmung und Angst
Manchmal spricht man bei der Herrschaft Hitlers von einer Zustimmungsdiktatur. Damit ist gemeint: Viele Menschen wurden nicht nur gezwungen, sondern stimmten dem Regime auch zu oder passten sich an, solange sie selbst Vorteile hatten.
Trotzdem bleibt der Begriff schwierig. In einer Diktatur gibt es keine freie Zustimmung wie in einer Demokratie. Kritik wurde unterdrückt. Zeitungen, Radio und öffentliche Meinung wurden kontrolliert. Wer offen widersprach, brachte sich in Gefahr.
Die Propaganda trug viel dazu bei, Hitler als erfolgreichen Führer erscheinen zu lassen. Sie zeigte Arbeitsplätze, Autobahnen, militärische Stärke und außenpolitische Erfolge. Gewalt, Verfolgung, Schulden und Kriegsvorbereitung wurden verschwiegen oder gerechtfertigt.
Waren die Erfolge wirklich Erfolge?
Die wirtschaftlichen Erfolge der NS-Zeit waren nur kurzfristig. Der Staat machte hohe Schulden und investierte immer stärker in die Aufrüstung. Viele Arbeitsplätze entstanden, weil Deutschland auf Krieg vorbereitet wurde.
Auch die außenpolitischen Erfolge bis 1938 waren gefährlich. Hitler brach Verträge, rüstete auf und setzte andere Staaten unter Druck. Viele Menschen erkannten damals nicht, dass diese Politik auf Krieg hinauslief.
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War Hitler bis 1938 erfolgreich?
Nein. Manche Menschen nahmen seine Politik damals als erfolgreich wahr, weil die Arbeitslosigkeit sank und Deutschland außenpolitisch stärker wirkte. Doch diese Entwicklung beruhte auf Propaganda, Aufrüstung, Schulden, Unfreiheit und Verfolgung.
Was hatte Hitler bis 1938 schon getan?
Bis 1938 hatte Hitler die Demokratie zerstört, Parteien und Gewerkschaften ausgeschaltet, politische Gegner verfolgt, Konzentrationslager errichten lassen, Jüdinnen und Juden entrechtet und Deutschland auf Krieg vorbereitet.
Warum sagen manche, Hitler habe bis 1938 Gutes getan?
Sie beziehen sich meist auf sinkende Arbeitslosigkeit, Autobahnen oder außenpolitische Erfolge. Dabei blenden sie aus, dass diese Politik mit Diktatur, Gewalt, Verfolgung und Kriegsvorbereitung verbunden war.
Warum ist diese Behauptung gefährlich?
Sie verharmlost den Nationalsozialismus. Hitlers Verbrechen begannen nicht erst mit dem Zweiten Weltkrieg. Die Grundlagen von Terror, Ausgrenzung und Vernichtung wurden schon vorher gelegt.
Blick zurück
Vor 1933 steckte Deutschland in einer schweren Krise. Während der Weltwirtschaftskrise verloren Millionen Menschen ihre Arbeit. Viele Familien hatten kaum Geld, viele Menschen fühlten sich unsicher und waren enttäuscht von der Politik der Weimarer Republik.
Die Nationalsozialisten nutzten diese Stimmung aus. Hitler versprach Arbeit, Ordnung und neues Selbstbewusstsein für Deutschland. Viele Menschen hofften, dass er die Krise beenden würde. Sie übersahen dabei oder nahmen hin, dass die Nationalsozialisten Gewalt anwendeten, politische Gegner einschüchterten und die Demokratie ablehnten.
Blick voraus
Auch heute hört man manchmal die Meinung, Hitler habe bis 1938 „auch einiges richtig gemacht“. Diese Aussage ist falsch und gefährlich. Sie trennt angebliche Erfolge von Gewalt, Ausgrenzung und Kriegsvorbereitung.
Schon vor 1939 war das NS-Regime eine Diktatur. Es hatte die Demokratie zerstört, Grundrechte abgeschafft, politische Gegner verfolgt, Jüdinnen und Juden entrechtet und Deutschland auf Krieg vorbereitet. Deshalb kann man Hitlers Herrschaft auch vor dem Zweiten Weltkrieg nicht als Erfolg bezeichnen.

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