Zeitstrahl - Jahr 1987

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1987

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    DDR 1987
    Im Juli 1987 spazierten DDR-Bürger durch den Treptower Park in Ost-Berlin. So sah der Alltag aus, aber was passierte politisch 1987 in Deutschland? [ © Bundesarchiv, Bild 183-1978-0730-004 / CC BY-SA 3.0 de ]
    1987
    Der sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow (links) und US-Präsident Ronald Reagan (rechts) unterzeichneten am 8. Dezember 1987 den INF-Vertrag im Weißen Haus. Das Gipfeltreffen gehörte zu den wichtigen Ereignissen von 1987. [ © Wikimedia, gemeinfrei ]

    Was war 1987 in Deutschland los?

    In Deutschland war 1987 ein Wahljahr: Im Januar wurde der 11. Bundestag gewählt. Obwohl die CDU die meisten Stimmen verlor, konnte sie weiter mit der FDP regieren und Helmut Kohl blieb Bundeskanzler.

    Im Frühling 1987 erhielten eine Vielzahl von Haushalten Besuch, um Fragebögen für die Volkszählung auszufüllen. Dagegen gab es aber auch zahlreiche Proteste und Boykottaufrufe wegen fehlenden Datenschutzes.

    Die Entspannungspolitik zwischen Ost und West wurde auch 1987 fortgeführt. Der Besuch von US-Präsident Reagan zur 750-Jahr-Feier in Berlin, wo er Michail Gorbatschow aufforderte, die Mauer einzureißen, und das Treffen von Helmut Kohl und Erich Honecker in Bonn gehörten zu den besonderen Augenblicken auf dem Weg zur Beendigung des Kalten Krieges.

    Im Herbst 1987 machte die Affäre um den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Schlagzeilen. Uwe Barschel wurde eine Bespitzelung des SPD-Kandidaten vorgeworfen. Er versicherte seine Unschuld, trat dann doch zurück und wurde schließlich tot aufgefunden.

    In der DDR war die Friedensbewegung 1987 weiter aktiv und nahm zum Beispiel am Friedensmarsch teil. Die politische Führung setzte ihre Unterdrückung mal mehr, mal weniger hart, fort. Ein Sieg der Humanität war die Abschaffung der Todesstrafe. Neben dem Besuch in der BRD trat Erich Honecker 1987 auch einen Staatsbesuch in den Niederlanden an.
     

    Ereignisse 1987

    Internationale Aufmerksamkeit erlangte der deutsche Hobby-Pilot Mathias Rust, als er am 28. Mai 1987 auf dem Roten Platz in Moskau landete. Er flog mehrere hundert Kilometer unentdeckt durch sowjetischen Luftraum. Nach seiner Landung wurde er verhaftet, angeklagt und verurteilt, kam aber nach 14 Monaten Haft wieder frei. In der Sowjetunion kam es in der militärischen Führung zu einigen Umwälzungen. Rusts Flug hatte die Schwächen des Luftverteidigungssystems der Sowjetunion aufgedeckt. Gorbatschows Perestroika wurde am Ende dadurch gestärkt.

    Im August 1987 schaffte es der Suizid von Rudolf Heß in die Medien. Der hochrangige Nazi saß seit 1946 im Kriegsverbrechergefängnis Spandau. Er war zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seit 1966 war er der einzige Insasse in dem Gefängnis. Nach seinem Suizid wurde es abgerissen.

    Am 8. Dezember 1987 unterzeichneten Ronald Reagan und Michail Gorbatschow den INF-Vertrag. Sie besiegelten damit auf dem Gipfeltreffen in Washington den Abbau der nuklearen Mittelstreckenraketen kürzerer und mittlerer Reichweite.