Zeitstrahl - Jahr 1947

Zeitklicks

1947

    Einfache Sprache
    Kinder ab 8 Jahren
    Die Bizone 1947
    Im Jahr 1947 schlossen sich die britische und die amerikanische Besatzungszone in Deutschland zusammen. [ © Mix321 at pl.wikipedia / 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0) ]

    Zeistrahl: Was ist im Jahr 1947 passiert?

    Auf dem Zeitstrahl erklären wir dir, was im Jahr 1947 so los war.

    Zu Beginn des Jahres 1947 wurden die zuvor getrennten Besatzungszonen der Amerikaner und der Briten in Deutschland zusammengelegt. Das nannte man Bizone. "Bi" ist Latein und bedeutet "zwei". Das bedeutete vor allem ein Zusammenschluss der Wirtschaft. Mit der Gründung der Bizone wollte man die schlechten Lebensbedingngen der Menschen verbessern. Doch es war auch ein politischer Vorteil. Denn die Amerikaner und Briten hatten ja Angst vor der Ausbreitung des Kommunismus.Das war das politische Systen der Sowjetunion.  Und zusammen konnten sie stärker dagegen vorgehen. In Rückblick war die Bizone eigentlich schon die Voraussetzung für die spätere Gründung der Bundesrepublik. Auch der Gegensatz zur Sowjetunion zeichnete sich in dieser Phase schon ab. Frankreich und die Sowjetunion waren zu Beginn gegen die Bizone. Frankreich sollte zwar mitmachen, wollte aber nicht. Erst später trat Frankreich zur Bizone bei. Das wurde dann eine Trizone. "Tri" bedeutet "drei". So langsam wurde deutlich, wie sehr sich die Gegensätze in den einzelnen Besatzungszonen weiter vertieften. Der Kalte Krieg deutete sich schon jetzt an. Das war der Konflikt zwischen Ost und West.

    Und was passierte noch 1947?

    Am 12. März 1947 verkündete der amrikanische Präsident Harry S. Truman eine Doktrin, die nach ihm benannt wird. Eine Doktrin ist ein politisches Programm. Truman schrieb in seiner Truman-Doktrin, dass es Aufgabe der amerikanischen Außenpolitik sei, den "freien Völkern beizustehen". Unter den "freien Völkern" verstand Truman verschiedene Länder. Zum Beispiel auch Deutschland, Österreich,  die Türkei und Griechenland. Amerika wollte verhindern, dass sich in diesen Ländern der Kommunismus weiter ausbreitet. All diese Länder wollten die Amerikaner unterstützen. Die Truman-Doktrin machte auch deutlich, dass die USA zwischen den freien, westlichen Ländern und den, ihrer Meinung nach, unfreien Ländern im Osten unterschied. Dazu zählte besonders die Sowjetunion. Die Truman-Doktrin war damit eine erste Stufe im Kalten Kriegzwischen der Sowjetunion und Amerika.

    Gleichzeitig wollten die Amerikaner notfalls in die inneren Probleme anderer Länder eingreifen. Die Politik des Kommunismus sollte zu Gunsten einer "freien Welt" bekämpft werden. Die Amerikaner wollten die Welt nach ihren Vorstellungen ordnen. Und der Kommunismus passte da so gar nicht rein. Im Osten, insbesondere in der Sowjetunion war man damit nicht einverstanden. Sie wehrte sich gegen den Kapitalismus des Westens. Damit begann der Kampf zwischen den politischen Ideologien und Werten des Westens und Ostens.

    Wichtige Ereignisse 1947

    Im Jahr 1947 wurde noch ein weiterer politische Plan mit dem Namen eines amerikanischen Politikers bekannt, nämlich der Marshallplan. Dieser wird am 05. Juni 1947 vom amerikanischen Außenminister George C. Marshall vorgestellt. Er präsentierte darin ein Programm, dass die europäische Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufbauen sollte. Denn viele Menschen mussten nach dem Krieg hungern. Und der Wirtschaft ging es sehr schlecht, besonders in Deutschland. Amerika wollte die hungernde Bevölkerung unterstützen. Gleichzeitig sollte der Einfluss der Sowjetunion zurückgedrängt werden. Damit sollte auch der Kommunismus bekämpft werden. Durch günstige Kredite, also das Verleihen von Geld und durch die Anlieferung von Essen und Gegenständen wollten die Amerikaner die Deutschen an sich binden. Gleichzeitig sollte die deutsche Wirtschaft aber schnell wieder selbstständig funktionieren. Denn die Hilfe durch Amerika war teuer. 14 Milliarden Dollar flossen in das Aufbauprogramm. Ganz schön viel Geld!

    Bei der Münchner Ministerpräsidentenkonferenz gibt es Streit

    Am 05. Juni 1947 trafen sich die deutschen Ministerpräsidenten der Bundesländer in München. Diese Konferenz zeigte, wie weit die deutsche Teilung in Ost und West schon fortgeschritten war. Diese Ministerpräsidentenkonferenz war übrigens die einzige, an der alle Ministerpräsidenten teilnahmen. Erst nach der Wiedervereinigung im Jahr 1989 kamen alle wieder zusammen. Bei dem Treffen ging es um die Zusammenarbeit der einzelnen Länder. Die Besatzungsmacht Frankreich wollte allerdings nicht über politische Themen sprechen. 

    Die ostdeutschen Ministerpräsidenten wollten auch gerne über eine deutsche Zentralverwaltung sprechen. Das heißt, dass das ganze Land eine einzige und nicht viele Verwaltungen bekommt. Doch das wollten die westlichen Länder nicht. Deshalb gingen die ostdeutschen Ministerpräsidenten schon früher. Man konnte den Streit nicht schlichten. Auch die Vertreter der sowjetischen Besatzungszone reisten vorzeitig ab. Sie wollten sowohl über eine politische wie auch wirtschaftliche Einheit Deutschlands sprechen. Das blockierten die anderen. Und die Aufteilung in zwei Staaten mit unterschiedlichen politischen Systemen war zu diesem Zeitpunkt schon zu weit fortgeschritten

    Die restlichen Ministerpräsidenten sprachen dann vor allem über die Themen Wirtschaft, Ernährung und Flüchtlinge. Das Thema Deutsche EInheit war dann aber erst einmal vom Tisch.