Bringen die Frauen Hitler an die Macht?
Haben Frauen Hitler an die Macht gebracht?

Haben Frauen Hitler an die Macht gebracht? Diese Frage wird immer wieder gestellt.
Die einfache Antwort lautet: Nein, Frauen allein haben Hitler nicht an die Macht gebracht. Bei den Reichstagswahlen von 1930, Juli 1932 und November 1932 entschieden sich insgesamt weniger Frauen als Männer für die Nationalsozialisten.
Trotzdem wäre es falsch zu sagen, Frauen hätten mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus nichts zu tun gehabt. Auch viele Frauen wählten die Nationalsozialisten. Und nach 1933 arbeiteten einige Frauen aktiv im NS-System mit.
Hitler und die Rolle der Frau
"...Was der Mann an Opfern bringt im Ringen seines Volkes, bringt die Frau an Opfern im Ringen um die Erhaltung dieses Volkes in den einzelnen Zellen [...]. Jedes Kind, das sie zur Welt bringt, ist eine Schlacht, die sie besteht für das Sein oder Nichtsein ihres Volkes." So äußerte sich Hitler zur Rolle der Frau auf dem 2. Nürnberger Reichsparteitag 1934. Frauen hatten in Weimar eher konservativ gewählt und die linken Parteien KPD und SPD gemieden, obwohl diese sich auch für die Rechte der Arbeiterinnen einsetzten.
Die Nationalsozialisten versuchten deshalb, Frauen gezielt anzusprechen. Sie versprachen Ordnung, Sicherheit und Unterstützung für Familien. Damit erreichten sie auch Frauen, die Angst vor wirtschaftlicher Not, Arbeitslosigkeit oder politischer Unsicherheit hatten.
Konservatives Familienbild der Nationalsozialisten
Die NSDAP vertrat ein sehr konservatives Familienbild, doch vermittelte sie in ihrer Propaganda, dass sie etwas für Familien tun würde. Das hat viele Frauen direkt angesprochen. Nachdem die Wahlen 1932 für Hitler doch recht enttäuschend ausgegangen waren, musste er neue Wähler finden. So besann er sich auf die Frauen und wollte diese ansprechen. Aber nicht, weil Hitler die Frauen etwa schätzte, er wollte gewählt werden. An seinem negativen Frauenbild hat sich nie etwas geändert. So befanden sich im Wahlprogramm der NSDAP auch Angebote für Frauen wie zum Beispiel das Ehestandsdarlehen oder das Mutterkreuz. Frauen mit vielen Kindern wurden öffentlich geehrt. Das sollte zeigen: Mutterschaft war nach der NS-Ideologie die wichtigste Aufgabe der Frau. So haben auch Frauen dann Hitler gewählt.
Waren Frauen auch Mitglieder der NSDAP?
Frauen konnten Mitglied in der Partei der Nationalsozialisten sein. Aber sie hatten dort kaum Aufstiegsmöglichkeiten. In den wichtigen Entscheidungsgremien waren Frauen nicht erwünscht. Die Macht im Staat und in der Partei lag fast vollständig bei Männern.
Trotzdem gab es Frauen, die dem Regime zuarbeiteten. Sie vermittelten die Ideologie in Schulen, waren im Bund Deutscher Mädel aktiv, arbeiteten in Behörden, als KZ-Aufseherinnen oder im Gesundheitswesen. Einige beteiligten sich an Zwangssterilisationen, Ausgrenzung, Verfolgung oder Tötungen.
Das ist wichtig: Frauen waren im Nationalsozialismus nicht nur Opfer. Manche waren Mitläuferinnen, manche überzeugte Anhängerinnen, manche Täterinnen. Viele andere schwiegen, passten sich an oder versuchten, möglichst unauffällig zu leben.
Frag doch mal!
Haben Frauen Hitler an die Macht gebracht?
Nein, Frauen allein haben Hitler nicht an die Macht gebracht. Männer wählten die Nationalsozialisten vor 1933 häufiger. Aber auch viele Frauen wählten Hitler und unterstützten später das Regime.
Wählten Frauen die Nationalsozialisten häufiger als Männer?
Nein. Bei den Reichstagswahlen von 1930 und 1932 entschieden sich Frauen insgesamt seltener für die Nationalsozialisten als Männer.
Warum wählten trotzdem manche Frauen Hitler?
Die Nationalsozialisten versprachen Ordnung, Sicherheit und Unterstützung für Familien. Das sprach auch Frauen an, die in der Krise der Weimarer Republik verunsichert waren.
Welche Rolle sollten Frauen nach Hitlers Weltbild haben?
Frauen sollten vor allem Ehefrauen und Mütter sein. Sie sollten Kinder bekommen und diese im Sinne des Regimes erziehen.
Konnten Frauen in der Partei Karriere machen?
Nur sehr begrenzt. Frauen konnten Mitglied sein, aber wichtige Machtpositionen blieben fast immer Männern vorbehalten.
Gab es Frauen, die Täterinnen wurden?
Ja. Einige Frauen arbeiteten zum Beispiel als KZ-Aufseherinnen, halfen bei Verfolgung, Zwangssterilisationen oder in der NS-Gesundheitspolitik.
Waren alle Frauen Unterstützerinnen des Nationalsozialismus?
Nein. Es gab auch Frauen, die verfolgt wurden, Widerstand leisteten oder das Regime ablehnten. Viele andere passten sich an oder schwiegen.
Warum ist die Frage wichtig?
Weil sie zeigt, dass Geschichte selten einfach ist. Auch Menschen ohne große Macht können ein System unterstützen, mittragen oder ihm widersprechen.
Blick zurück
Seit 1918 hatten Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Das war ein großer Fortschritt. Doch Wahlrecht allein bedeutete noch nicht, dass alle Frauen demokratisch wählten. In der Krise der Weimarer Republik entschieden sich auch Frauen für antidemokratische Parteien. Das zeigt: Demokratie braucht nicht nur Rechte, sondern auch Menschen, die diese Rechte verantwortungsvoll nutzen.
Blick voraus
Die Frage nach Frauen und Hitler regt auch heute zum Nachdenken an. Niemand sollte nur wegen seines Geschlechts als „friedlicher“, „besser“ oder „unpolitischer“ gelten. Frauen können Demokratie stärken, aber sie können auch antidemokratische Bewegungen unterstützen. Entscheidend ist nicht das Geschlecht, sondern welche Werte Menschen vertreten: Menschenwürde, Gleichberechtigung, Freiheit und Schutz von Minderheiten — oder Ausgrenzung, Hass und autoritäres Denken.

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