DDR-Alltag


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Gaststätte 1972
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Familienausflug zum Weißen See

Alltag in der DDR - wie sah das aus? Natürlich war der Alltag für die Menschen höchst unterschiedlich. Je nachdem, wo man wohnte, wie alt man war oder welche Einstellungen man hatte, gestaltete sich auch der Alltag höchst unterschiedlich.

Dennoch: Das politische System hatte auf das Leben jedes einzelnen Einfluss. Selbst wer nicht in der Partei war oder sich noch nicht einmal besonders für Politik interessierte, musste ja mit den Gegebenheiten des Sozialismus, der Planwirtschaft oder der fehlenden Reisefreiheit leben.

So gab es bestimmte Faktoren, die das Leben jedes einzelnen irgendwie beeinflussten. Was gehörte dazu?

Organisation

Das gesellschaftliche Leben war hoch durchorganisiert. Nicht alle beugten sich den Vorgaben, aber eben doch viele. Kinder traten den Jungen Pionieren bei und später der Freien Deutschen Jugend. Nach der Schule folgten Ausbildung oder Studium und schließlich das Arbeitsleben. Auszeiten und Umwege waren im Lebensweg nicht vorgesehen.

Arbeit

Jeder DDR-Bürger hatte das Recht auf Arbeit, so schrieb es die Verfassung vor. Allerdings hatte er auch die Pflicht zur Arbeit. Wer nicht arbeiten wollte, konnte mit einer Gefängnisstrafe belegt werden! Ein einmal zugewiesener Arbeitsplatz konnte dafür auch nicht gekündigt werden - es sei denn, man stellte einen Ausreiseantrag oder gehörte zu den Oppositionellen. Dann hatte man aus DDR-Sicht die staatsbürgerliche Pflicht verletzt und konnte eine fristlose Kündigung erhalten.

Optimismus: Der Sozialismus wird siegen!

"So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben!" lautete das Motto. Als Trost inmitten des Mangels wurde den Menschen versichert: Ihr werdet die Sieger der Geschichte sein. Man grenzte sich so vom Westen ab und fühlte sich den Bundesbürgern überlegen.

Findig sein!

Der Mangel machte erfinderisch! Wenn es viele Dinge nicht zu kaufen gibt, muss man sich eben zu helfen wissen. Man nähte sich selber Kleidung, man tauschte untereinander, man bastelte sich zusammen, was man brauchte.

Solidarität?

Immer wieder angeführt wird, dass die Menschen in der DDR ein viel größeres Gemeinschaftsgefühl ausgebildet hätten als die in der BRD. Im Westen dachte jeder nur an sich, im Osten hielt man zusammen. Aber wie weit stimmt das? Lag das nicht auch im Mangel begründet, dass man eben enger zusammenrückte? Auch hat sich mancher nach der Wende erstaunt umgesehen, als er erfahren musste, wer ihn so bespitzelt hatte : Freunde, Nachbarn, der Bruder oder auch die Ehefrau wurden enttarnt.


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