Die SMAD

Wer war die SMAD und was bedeutet die Abkürzung SBZ?

Nach der Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen übernahmen jeweils Militärgouverneure die Regierungsgewalt in "ihrer" Zone. Die Sowjetische Besatzungszone erhielt bald die Abkürzung SBZ. Aus ihr ging dann 1949 die DDR hervor.
 

Die SMAD und ihre Chefs: von Schukow zu Tschuikow

In der SBZ erhielt die Militärregierung den Namen "Sowjetische Militäradministration in Deutschland", kurz SMAD. Sie nahm ihre Arbeit mit Sitz in Berlin-Karlshorst im Juni 1945 auf. Dort hatte Deutschland seine Kapitulation unterschrieben.

Der Oberbefehlshaber der sowjetischen Besatzungstruppen, General Schukow, wurde nun auch Oberster Chef der SMAD. 1946 übernahm General Sokolowski auf Weisung aus Moskau das Amt, der es im April 1949 wiederum an General Tschuikow übergab.
 

Entnazifizierung in der SBZ

Auf der Potsdamer Konferenz hatten alle vier Besatzungsmächte beschlossen, gegen Nazis vorzugehen und Kriegsverbrecher zu verhaften und zu verurteilen. In der SBZ ging man jedoch rigoroser vor als in den anderen Besatzungszonen.

Mehr als eine halbe Million Angestellte wurde in der SBZ bis zum März 1948 entlassen. Die so frei werdenden Stellen wurden mit Personen besetzt, von denen eine loyale Einstellung gegenüber den Besatzern erwartet wurde, also vorwiegend Kommunisten.
 

SMAD-Befehle

Die SMAD gab insgesamt mehr als 200 Befehle heraus. Diese galten wie Gesetze. Befehl Nr. 1 vom 9. Juni 1945 war die Übernahme der Regierungsgewalt.

Schon einen Tag später erfolgte mit Befehl Nr. 2 die Erlaubnis zur Bildung von antifaschistischen Parteien. Die SMAD selbst behielt sich die Kontrolle der Parteien vor. Bis 1949 bildete sich das spätere Parteiensystem der DDR heraus (siehe dazu auch: Parteien in der DDR).

Weitere Befehle setzten die Bodenreform durch, legten die Grundlagen für die Planwirtschaft und beschlossen die Währungsreform.
 

Länder in der SBZ

Im Juli 1945 wurden von der SMAD die Länder Mecklenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt gebildet. Im Februar 1947 erhielten auch die Provinzen Brandenburg und Thüringen den Länderstatus. Diese fünf Länder erhielten eigene Landesverwaltungen.
 

Zentralverwaltungen

Mit dem Befehl Nr. 17 ordnete die SMAD im Juli 1945 den Aufbau von "Zentralverwaltungen" an. Diese  Zentralverwaltungen, z. B. für Verkehrswesen, Nachrichtenwesen, Handel und Versorgung, Industrie, Landwirtschaft, Finanzen oder Justiz sollten die Länder beraten und anleiten. Sie sollten in der SBZ in allen Bereichen einen sozialistischen Staat aufbauen. Alle wichtigen Posten wurden mit Kommunisten besetzt.
 

Von der SMAD zur SKK

Die SMAD hatte dafür gesorgt, dass in der SBZ alle politischen Strukturen nach dem Vorbild der Sowjetunion umgestaltet worden waren. Am 11. November 1949, etwas mehr als einen Monat nach der Gründung der DDR, übergaben die Russen nun die Verwaltungshoheit in die Hände der DDR.

Die SMAD war schon im Oktober zur SKK geworden, der Sowjetischen Kontrollkommission. Diese überwachte noch bis 1953 die Führung der DDR.