Was ist Rassenlehre?

Was ist die nationalsozialistische Rassenlehre?

Was war die nationalsozialistische Rassenlehre?

Für die Nationalsozialisten war der Begriff „Rasse“ sehr wichtig. Er tauchte in ihrer Sprache, ihrer Propaganda, in Gesetzen und sogar im Unterricht auf.

Die Nationalsozialisten behaupteten, Menschen ließen sich in verschiedene „Rassen“ einteilen. Diese angeblichen „Rassen“ sollten bestimmte körperliche und geistige Eigenschaften haben. Dabei achteten die Nationalsozialisten zum Beispiel auf Hautfarbe, Haarfarbe, Augenfarbe, Körperbau oder die Form des Kopfes.

Diese Einteilung war wissenschaftlich falsch. Trotzdem wurde sie im Nationalsozialismus genutzt, um Menschen zu bewerten, auszugrenzen und zu verfolgen. Schautafeln für den sogenannten „rassentheoretischen Unterricht“ sollten Schülerinnen und Schülern diese Ideologie vermitteln. Auf dem Foto siehst du eine solche Schautafel. 

Was meinten die Nationalsozialisten mit „Rasse“?

Nach der Vorstellung der Nationalsozialisten entschied die angebliche „Rasse“ über den Wert eines Menschen oder eines ganzen Volkes. Sie glaubten, dass Erbanlagen nicht nur über das Aussehen, sondern auch über Charakter, Fähigkeiten und Verhalten bestimmen würden.

Das war falsch und menschenverachtend.

Die Nationalsozialisten sahen die Geschichte als Kampf zwischen verschiedenen angeblichen „Rassen“. Im Mittelpunkt stand für sie das „deutsche Volk“. Sie behaupteten, dieses müsse geschützt und „rein“ gehalten werden.

Die sogenannte „nordische Rasse“

Besonders hoch stellten die Nationalsozialisten die sogenannte „nordische Rasse“. Sie beschrieben sie als hellhäutig, blond, stark und besonders wertvoll. Die Nationalsozialisten ordneten sich selbst diesem Ideal zu und behaupteten, diese Menschen seien zur Herrschaft bestimmt.

Daraus entstand die Vorstellung vom sogenannten „Herrenmenschen“. Gemeint war: Manche Menschen sollten nach Meinung der Nationalsozialisten über andere herrschen dürfen.

Auch das war keine Wissenschaft, sondern rassistische Propaganda. Die Nationalsozialisten erfanden ein Idealbild, um ihre Herrschaft, ihre Gewalt und ihre Ausgrenzung zu rechtfertigen.

Was bedeutete „arisch“?

Die Nationalsozialisten benutzten auch den Begriff „arisch“. Sie behaupteten, es gebe eine überlegene „arische Rasse“. Diese Vorstellung war haltlos. Die Nationalsozialisten übernahmen, verdrehten und radikalisierten ältere rassistische Ideen, um ihre Politik zu begründen. 

In der NS-Zeit bedeutete „arisch“ meistens so viel wie: nicht jüdisch und nach der Ideologie der Nationalsozialisten zur sogenannten „Volksgemeinschaft“ passend.

Wer wurde abgewertet?

Am unteren Ende dieser rassistischen Ordnung standen für die Nationalsozialisten vor allem Jüdinnen und Juden. Sie wurden nicht als Religionsgemeinschaft angesehen, sondern als angebliche „Rasse“. Ihnen wurden alle möglichen negativen Eigenschaften zugeschrieben.

Auch Sinti und Roma wurden rassistisch verfolgt. Ebenso wurden Menschen mit Behinderungen, psychisch kranke Menschen und viele andere Gruppen ausgegrenzt. Die Nationalsozialisten teilten Menschen in „wertvoll“ und „minderwertig“ ein. Genau darin lag die große Gefahr ihrer Ideologie.

Unter der NS-Herrschaft wurde Rassismus zu einer staatlichen Leitidee. Die Nationalsozialisten behaupteten, die Ausgrenzung und sogar Vernichtung bestimmter Gruppen würde die sogenannte „Volksgemeinschaft“ schützen. 

Frag doch mal!

Was war die nationalsozialistische Rassenlehre?
Sie war die falsche Vorstellung, Menschen könnten in verschiedene und unterschiedlich wertvolle „Rassen“ eingeteilt werden.

War die Rassenlehre wissenschaftlich?
Nein. Sie war keine Wissenschaft, sondern eine rassistische Ideologie.

Woran wollten die Nationalsozialisten eine angebliche „Rasse“ erkennen?
Sie achteten zum Beispiel auf Hautfarbe, Haarfarbe, Augenfarbe, Körperbau oder Kopfform.

Was bedeutete „nordische Rasse“?
Damit meinten die Nationalsozialisten ihr angebliches Idealbild: hellhäutig, blond, stark und angeblich besonders wertvoll.

Was bedeutet „arisch“?
Die Nationalsozialisten benutzten den Begriff für Menschen, die nach ihrer Ideologie zur sogenannten „Volksgemeinschaft“ gehören sollten. Die Vorstellung einer „arischen Rasse“ war falsch und rassistisch.


Blick zurück

Der Rassismus hatte sich schon Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Anhänger der so genannten "Rassenbiologie" behaupteten, sie könnten die Erbanlagen von Menschen und von ganzen Völkern bestimmen. Und diese Erbanlagen hätten auch eine Folge für das Handeln der Völker. Man untersuchte nicht nur rein körperliche Merkmale wie Größe, Hautfarbe, Augenfarbe, Haarfarbe, Form des Kopfes, sondern auch das Verhalten der Menschen und ihre Geschichte. Beides versuchte man dann in einen Zusammenhang zu setzen.


Blick voraus

Heute wissen wir: Alle Menschen gehören zur gleichen Menschheit. Unterschiede im Aussehen sagen nichts über den Wert, die Fähigkeiten oder den Charakter eines Menschen aus. Der Blick auf die NS-Rassenlehre zeigt, wie wichtig es ist, rassistische Behauptungen zu erkennen und ihnen zu widersprechen.