Hitlers Antisemitismus
Warum hasste Hitler Juden? Hitlers Antisemitismus einfach erklärt

Hitlers Weltanschauung war von starkem Antisemitismus geprägt. Antisemitismus bedeutet Judenhass. Hitler hasste Jüdinnen und Juden und alles, was er für „jüdisch“ hielt. Doch warum hasste Hitler Juden? Hatten jüdische Menschen ihm persönlich etwas getan?
Die klare Antwort lautet: Nein. Jüdinnen und Juden hatten Hitler persönlich nichts getan. Sein Hass beruhte nicht auf tatsächlichen Erfahrungen, sondern auf Vorurteilen, Verschwörungserzählungen und einer rassistischen Ideologie.
Hitler erfand den Antisemitismus nicht
Antisemitismus gab es schon lange vor Hitler. In Europa wurden Jüdinnen und Juden über viele Jahrhunderte ausgegrenzt, beschuldigt und verfolgt. Der moderne Antisemitismus des 19. und frühen 20. Jahrhunderts stellte Jüdinnen und Juden nicht mehr nur als Religionsgemeinschaft dar, sondern behauptete, sie seien eine eigene „Rasse“. Diese Vorstellung war falsch und rassistisch.
Hitler musste diesen Hass also nicht erfinden. Er griff vorhandene antisemitische Ideen auf und machte sie später zum Mittelpunkt seiner Politik.
Hitler in Wien
Eine wichtige Rolle spielte Hitlers Zeit in Wien. Er lebte dort von 1907 bis 1913. In dieser Zeit war Wien eine große, moderne Stadt mit vielen politischen Bewegungen, aber auch mit viel Antisemitismus.
Hitler war in Wien nicht erfolgreich. Er war zweimal an der Kunstakademie abgelehnt worden, hatte wenig Geld und lebte zeitweise sehr arm. In dieser Lage entwickelte sich sein Weltbild weiter. Er suchte Schuldige für eigene Niederlagen und für politische Probleme. Jüdinnen und Juden wurden für ihn immer mehr zum Feindbild.
In Wien konnte Hitler außerdem beobachten, wie Politiker mit antisemitischen Parolen Massen erreichten. Ein Beispiel war der Wiener Bürgermeister Karl Lueger. Er nutzte antisemitische und nationalistische Stimmungen, um politische Unterstützung zu gewinnen.
Hitlers Antisemitismus
Hitlers Antisemitismus war also nicht nur ein persönliches Vorurteil. Er wurde zum Kern der nationalsozialistischen Ideologie. Aus Hass wurde Politik. Aus Politik wurde Verfolgung. Und aus Verfolgung wurde später der Holocaust, also die systematische Ermordung von etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden.
Antisemitische Schriften und Feindbilder
Hitler las und hörte in dieser Zeit viele antisemitische Ideen. Schon im 19. Jahrhundert hatten Autoren wie Wilhelm Marr behauptet, Jüdinnen und Juden seien eine Gefahr für andere Völker. Marr trug auch dazu bei, den Begriff Antisemitismus bekannt zu machen.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Hitlers Hass radikaler
Besonders wichtig war auch die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Deutschland hatte den Krieg verloren. Viele Menschen waren enttäuscht, wütend und verunsichert. Rechtsextreme Kreise verbreiteten die Lüge, nicht das Militär, sondern angebliche innere Feinde hätten Deutschland verraten.
Diese Lüge nannte man später Dolchstoßlegende. Jüdinnen und Juden, Sozialdemokraten und Kommunisten wurden dafür verantwortlich gemacht. Hitler griff solche Feindbilder auf.
Hitler verband viele Feindbilder miteinander
Hitler behauptete, Jüdinnen und Juden seien an allem schuld: an Kapitalismus, an Kommunismus, an Deutschlands Niederlage, an wirtschaftlichen Krisen und am angeblichen Verfall der Gesellschaft.
Das war völlig widersprüchlich. Kapitalismus und Kommunismus sind sehr unterschiedliche politische und wirtschaftliche Systeme. Trotzdem behauptete Hitler, beides werde angeblich von Jüdinnen und Juden gesteuert. Genau so funktionieren Verschwörungserzählungen: Sie erklären komplizierte Probleme mit einem einfachen Feindbild.
„Mein Kampf“ und Hitlers Weltanschauung
In seinem Buch„Mein Kampf“ schrieb Hitler viele dieser Ideen auf. Das Buch erschien 1925 und 1926. Es enthielt seinen Antisemitismus, seine rassistische Weltanschauung und seine Vorstellung von Krieg und „Lebensraum im Osten“.
Warum hasste Hitler Juden?
Hitler hasste Jüdinnen und Juden nicht, weil sie ihm etwas getan hatten. Er hasste sie, weil er ein rassistisches und antisemitisches Weltbild entwickelte. Er übernahm vorhandene Vorurteile, Verschwörungserzählungen und Hassbilder und machte sie zum Zentrum seiner Politik.
Diese Frage ist deshalb so wichtig: Sie zeigt, dass Hass nicht logisch sein muss. Er kann auf Lügen, Angst, Propaganda und Feindbildern beruhen. Gerade deshalb ist es wichtig, antisemitische Behauptungen zu erkennen und ihnen zu widersprechen.

Judenverfolgung 

