Hintergrundbild Epoche

Victor Horta und das Gesamtkunstwerk


0
Im Museum Victor Horta in Brüssel.
1
Die Aussenfassade des Hotels Tassel, ebenfalls in Brüssel.

Victor Horta wurde 1861 als Sohn eines Handwerkers geboren und begann ein Architekturstudium an der Académie des Beaux-Arts in Gent in Brüssel. Wichtig für ihn wurde ein zweijähriger Aufenthalt in Paris, der Hauptstadt der Kunst. Hier prägten ihn wichtige Eindrücke und er studierte vor allem die zahlreichen Baudenkmäler der französischen Hauptstadt. Ab 1881 lebte Horta wieder in Brüssel, beendete sein Studium und begann mit seiner Arbeit als Architekt.

Eisen als wichtiges Material

Er entwarf Privatgebäude genauso wie öffentliche Bauwerke und brachte das Material Eisen bei seinen Plänen zum Einsatz. In der Zeit von 1892 bis 1893 baute er in Brüssel ein Hotel, das berühmte Hôtel Tassel. Von der Fassade mit den Stein- und Eisenelementen bis zur Innengestaltung aus Holz, Glas, und Metall, erscheint das ganze Bauwerk "wie aus einem Guss". Der Jugendstill kommt in der Architektur innen wie außen zum Ausdruck, aber auch die Gestaltung des Inventars, die Malereien und das Kunsthandwerk, alles entsprach dem Jugendstil. Dieses Hotel machte Horta über Nacht zu einem berühmten Architekten.

Gesamtkunstwerke

Auch die weiteren Gebäude entstanden als Gesamtkunstwerke. Dazu zählen die Maison Autrique, die Maison Winssinger und  das von 1895 bis 1900 erbaute Hôtel Eetvelde. 1896 bis 1899 entwarf Victor Horta die Maison du Peuple, das war die Zentrale der belgischen Sozialistischen Partei. Die Fassade dieses Gebäude in Brüssel konstruierte er komplett aus Eisen und Glas.

1900 bis 1901 baute Horta das Kaufhaus "À l'Innovation", das ebenfalls komplett dem Jugendstil verpflichtet war. Ab 1912 übernahm er einen Lehrauftrag an der Akademie der Schönen Künste in Brüssel und wurde sogar deren Direktor.

In seinen späteren Jahren entfernte sich der Architekt immer weiter vom Jugendstil oder der "Art nouveau", wie es in Belgien und Frankreich hieß.


  • Hintergrund BRD
  • Hintergrund DDR

Gefördert in den Jahren 2011 bis 2013 von:

''