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Jugendstil in der Architektur


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Blumenmuster waren typisch für den Jugendstil.
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Das Wiener Sezessionsgebäude
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Hier siehst du den Eingang zum Ernst-Ludwig-Haus in Darmstadt, ganz nach den Ideen des Jugendstils gestaltet.

Jugendstil in der Architektur

Der Jugendstil ist eine Richtung der Kunst, die sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte. Man findet den Jugendstil in der Literatur, der Malerei, der Glaskunst, der Plastik, der Musik, aber auch in der Architektur. In Frankreich bezeichnete man den Jugendstil als "Art Nouveau" (Neue Kunst) und in Österreich als "Sezession". Der Jugenstil löste den Historismus ab und führte die Architektur in die Moderne.  Innerhalb kurzer Zeit wurde der Jugendstil zum herrschenden Trend.

Gegen den Historismus

Kennzeichnend für den Historismus waren üppige Schnörkel, Verzierungen sowie ausladende Dekorationen. Eben typisch für den Jugendstil waren die geschwungenen Linien, dekorative Ornamente wie Blumen- und Tiermotive und dekorative Flächen. Die Künstler suchten nach neuen Formen, die sich von dem abhoben, was vorher war, dem Stil des Historismus. Die Künstler wollten es anders machen als die Künstler vor ihrer Zeit und suchten nach neuen Ideen des Ausdrucks.

Die Wiener Sezession

Zum Zentrum des Jugendstils wurde die österreichische Hauptstadt Wien. Hier schlossen sich 19 Künstler zusammen und gründeten eine eigene Künstlergruppe, die "Wiener Sezession". "Sezession" bedeutet "Abtrennung" und der Begriff zeigt, dass sie sich von der herkömmlichen Kunst abspalten wollten. So schufen sie ein eigenes Gebäude, in dem sie ihre Kunst der Öffentlichkeit zeigen wollten: das Sezessionshaus in Wien. Dieses wurde zu einem der bedeutendsten Gebäude des österreichischen Sezessionsstils, also des Jugendstils. Der Architekt dieses Hauses war Joseph Maria Olbrich (1867 - 1908), ein Schüler des bekannten Wiener Architekten Otto Wagner.

Jugendstil als Gesamtkunstwerk

Der Jugendstil sah sich als Gesamtkunstwerk, das heißt, dass der Bau, die Außenfassade mit der Inneneinrichtung und der Innenausstattung wie aus einem Guss sein sollte. Am Ende stand auch bei einem Gebäude so etwas wie ein "Gesamtkunstwerk". Besaß ein Gebäude eine bestimmte Funktion, wie ein Kaufhaus, in dem Waren verkauft wurden, oder ein Bürogebäude oder eine Bank, in denen Verwaltungsaufgenommen übernommen wurden, so sollte sich diese Funktion auch schon in seiner Gestaltung widerspiegeln. Dieser Aufgabe stellten sich die Architekten des Jugendstils. 

Was war die Darmstädter Künstlerkolonie?

Neben Wien gab es auch in Deutschland wichtige Zentren des Jugendstils, wie in München und vor allem in Darmstadt. In Darmstadt entstand sogar eine eigene Künstlerkolonie. Hier plante man mit finanzieller Unterstützung durch Großherzog Ernst Ludwig von Hessen neue Baustile und moderne Wohnformen. Zu den Künstlern gehörten nicht nur Architekten. So baute man nach den Plänen des einzigen Architekten der Gruppe, Joseph Maria Olbrich, das Ernst-Ludwig-Haus, das den Künstlern als Atelier dienen sollte. Weitere Häuser, auch Häuser für die einzelnen Künstler, folgten.

Ende mit dem Ersten Weltkrieg

Der Jugendstil fand sein Ende mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der diesem Stil ein Ende setzte. In der Weimarer Republik folgten weitere Stilrichtungen die sich durch strenge Sachlichkeit dann von den ausladenden Formen des Jugendstils deutlich abgrenzten.


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