Flachbildfernseher

Fernseher mit Flachbildschirm lösen Röhrengeräte ab

Bis um die Jahrtausendwende, also um  das Jahr 2000, wurden Fernseher als Röhrengeräte verkauft. Sie nahmen recht viel Platz ein, weil in ihnen eine Bildröhre verbaut war.

Dann aber kam eine neue Technik. Flachbildschirme lösten die Röhrengeräre ab. Das galt im übrigen auch bei Computermonitoren. Auch diese wurden nun flach.

2006 wurden in Deutschland erstmals mehr Flachbildfernseher als Röhrengeräte verkauft, weltweit war es ein Jahr später soweit. 2011 wurden die letzten Röhrengeräte verkauft. Seitdem gibt es nur noch Flachbildschirme. Doch auch deren Technik entwickelte sich immer weiter.

Plasmafernseher

Die ersten Flachbildschirme, die auf den Markt kamen, warten Plasmabildschirme. Fernseher mit dieser Technik nennt man darum Plasmafernseher. Sie standen in Konkurrenz zu LCD-Bildschirmen. Die ersten Plasmafernseher wurden 1997 verkauft. Bis 2005 hatten sie dann den größten Marktanteil. Dann wurden sie langsam von besseren Technologien abgelöst. Seit 2015 spielen sie keine Rolle mehr auf dem Fernsehermarkt.

Wie funktionieren die Plasmabildschirme?

Solche Bildschirme enthalten Plasma. Plasma besteht aus verschiednen Teilchen: Ionen, Elektronen und meist auch neutralen Atomen. Das Plasma entlädt Gas und regt so Leuchtstoffe an. Ein Plasmabildschirm ist darum selbstleuchtend. Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Leuchtstofflampe.

Ein Plasmabildschirm besitzt zwei Glasscheiben. Dazwischen gibt es viele kleine Kammern. Ein Bildpunkt (Pixel) setzt sich aus drei solchen Kammern zusammen. Die drei Kammern leuchten in Rot, Grün und Blau, also den Grundfarben. Die werden durch verschiedene Leuchtstoffe erzeugt. Aus den drei Grundfarben wird dann die Farbe gemischt.

In den Kammern befinden sich die Edelgase Neon und Xenon. Dieses Gasgemisch wird gezündet, sodass es zum Plasma wird. Das Plasma gibt Ultraviolettstrahlung ab, die auf die Leuchtstoffe trifft, die wiederum die Farbe erzeugen.

Geschichte der Plasmabildschirme

In den 1980er Jahren hatte man die Technik von Plasmabildschirmen zunächst bei Laptops angewandt, da diese ein flaches Display benötigten. Doch ihr hoher Stromverbrauch und Fortschritte bei LCD-Bildschirmen führten dazu, dass die Plasmabildschirme bei Laptops bis 1990 wieder vom Markt verschwanden.

Für Fernseher hingegen wurden nun solche Plasmabildschirme entwickelt. 1997 kamen die ersten auf den Markt. Die großen TV-Hersteller wie Philipps, Pioneer, Samsung, LG und Panasonic brachten alle solche Bildschirme auf den Markt. Ab 2008  begann aber schon wieder ihr Abstieg, 2014 endete die Massenproduktion der Plasmabildschirme.
 

LCD: Flüssigkristallbildschirme

LCD waren die Konkurrenz zu den Plasmabildschirmen. Erste solche Bildschirme gab es in den 1990er Jahren. Sie arbeiten mit Flüssigkristallen. Das sind Substanzen, die flüssig sind, aber auch Eigenschaften von festen Körpern haben. Mit elektrischer Spannung wird die Ausrichtung der Flüssigkristalle gesteuert, und zwar in vielen einzelnen Segmenten.

Man braucht außerdem eine Hintergrundbeleuchtung, die sich hinter der Flüssigkristallanzeige befindet (Backlight). Ohne Hintergrundbeleuchtung bliebe das Bild schwarz. Das Flüssigkristall lässt mehr oder weniger Licht durch und filtert die Farben heraus. Traditionell wurde der Hintergrund von Leuchtstoffröhren beleuchtet, dann wurden diese von LEDs abgelöst (siehe unten).

Typische LCD-Anzeigen sind Zahlen, bei denen sieben Segmente angesteuert werden können (siehe Bild). Aber auch ganze Bildschirme können eben mit Flüssigkristallen Bilder erzeugen.

LCD verdrängten die Plasmabildschirme, obwohl man diesen eine höhere Qualität zuschrieb. Doch sie waren eben auch stromfressender und sie hatten Nachteile wie das Einbrennen einzelner Pixel. Außerdem wurden die LCD-Bildschirme weiter entwickelt. Seit 2009 sind sie vor allem als LCD-LED-Bildschirme auf dem Markt.
 

LED-Fernseher

Was meist als LED-Fernseher bezeichnet wird, ist eigentlich eine Mischung aus LCD und LED. Ein LCD-Bildschirm hat eine Hintergrundbeleuchtung aus LED, also Leuchtdioden (siehe auch Von der Energiesparlampe zur LED). So konnten das Bild und auch der Stromverbrauch verbessert werden. Solche Fernseher sind seit 2008 im Gebrauch.

Verbessert wurde die Technik durch Mini LED. Dabei werden viel mehr und viel kleinere LEDs eingesetzt. Sowird der Kontrast besser und hochauflösende Videos lassen sich besser abspielen.

Der neueste Schrei: OLED und QLED

Eine noch neuere Technik ist OLED. Die Abkürzung steht für organische Leuchtdiode (organic light-emitting diode). OLED-Bildpunkte strahlen selbst Licht ab, sie leuchten aus eigener Kraft. Daher ist hier keine Hintergrundbeleuchtung notwendig. Der Kontrast ist darum besser und Schwarz wird schwärzer dargestellt als bei LCD-LED-Geräten. Ein Nachteil ist, dass die Leuchtstärke mit der Zeit abnimmt und dass wie bei Plasmabildschirmen Inhalte einbrennen können.

Eine weitere Technik ist QLED. Bei QLED können Farben besser dargestellt werden. Die Hintergrundbeleuchtung wird durch Nanopartikel, die sogenannten Quantenpunkte, verbessert. Diese Quantenpunkte befinden sich auf einer zusätzlichen Folie. Der erste QLED-Fernseher kam 2017 auf den Markt.