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Helmut Schmidt
* Geboren:
23. Dezember 1918 in Hamburg
† Gestorben:
10. November 2015 in Hamburg
Beruf:
Diplom-Volkswirt; Senator, Bundesminister, Bundeskanzler
Befreundet mit:
Valery Giscard d'Estaing, Henry Kissinger
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Loki (ab 1942 bis zu ihrem Tod 2010); Ruth (seit 2012)
Kinder:
Helmut Walter (gest. 1945), Susanne (geb. 1947)
Hobbys:
Kunst, Malen, Musik, Philosophie
Besondere Kennzeichen:
nie ohne Zigarette - Redetalent

Wer ist das?

Helmut Schmidt (SPD) war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor bekleidete er unter seinem Amtsvorgänger Willy Brandt mehrere Ministerposten, so als Verteidigungs- und als Finanzminister.

Herkunft, Jugend, Ausbildung

Nach dem Abitur 1937 wurde Schmidt zum Reichsarbeitsdienst und anschließend zum Wehrdienst eingezogen. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Soldat. Im April 1945 geriet er in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er im August 1945 entlassen wurde. Er trat der SPD bei. Ein Studium der Volkswirtschaftslehre und Staatswissenschaft schloss er 1949 ab.

1953 bis 1962 und 1965 bis 1987 war Helmut Schmidt Abgeordneter des Bundestages. In der Zeit dazwischen, von Ende 1961 bis 1965, war er Senator der Polizeibehörde bzw. Innensenator von Hamburg.

Sturmflut 1962

Über seine Heimatstadt Hamburg hinaus bekannt wurde Helmut Schmidt erstmals 1962. Damals war er Senator der Stadt und zuständig für die Innenpolitik. Als Hamburg in der Nacht zum 17. Februar 1962 von einer Sturmflut heimgesucht wurde, bewies Schmidt sich als guter Krisenmanager. Er organisierte die Rettungsdienste und ermöglichte schnelle und unbürokratische Hilfe.

Politische Karriere

Seit 1967 war Schmidt Fraktionsvorsitzender der SPD. In der sozialliberalen Koalition unter Kanzler Brandt wurde Schmidt Verteidigungsminister. Während seiner Amtszeit wurde der Grundwehrdienst von 18 auf 15 Monate gekürzt. 1972 wurde er Finanz- und Wirtschaftsminister. Als das Amt nach der Bundestagswahl 1972 wieder geteilt wurde, führte Schmidt das Finanzministerium weiter.

Herausforderungen als Kanzler
Nach Willy Brandts Rücktritt wählte der Bundestag Helmut Schmidt zum fünften Bundeskanzler der Bundesrepublik. Er erhielt am 16. Mai 1974 267 Ja-Stimmen. Während seiner Kanzlerschaft stellten der Wirtschaftsrückgang, die Ölkrise und die Frage nach der Finanzierung der Rente große Herausforderungen an Schmidt. Eine der schwersten Krisen der Bundesrepublik wurde durch den Terrorismus der Roten Armee Fraktion ausgelöst. Schmidt fuhr hier einen harten Kurs und ließ sich nicht von den Terroristen erpressen.

Europapolitik

Durch seine enge Freundschaft zum französischen Präsidenten Giscard d'Estaing verbesserten sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. Die Einführung des Europäischen Währungssystems sollte die Basis für den Euro als gemeinsame Währung werden.

Rüstungspolitik

Als die neuen Atomraketen der Sowjetunion das Rüstungsgleichgewicht bedrohte, drängte Schmidt auf den NATO-Doppelbeschluss. Dieser sah die Aufstellung von Mittelstreckenraketen in Westeuropa vor, verband dies aber mit einem Verhandlungsangebot an die Sowjetunion, beiderseits auf die Waffensysteme zu verzichten. In der Bevölkerung stieß der Beschluss auf Ablehnung, ebenso in Teilen der SPD.

Scheitern der Koalition und Misstrauensvotum

Am 17. September 1982 traten die FDP-Minister geschlossen zurück, weil man sich in der Wirtschafts- und Sozialpolitik nicht einig werden konnte. Damit war die sozialliberale Koalition gescheitert. Schmidt besaß damit keine Mehrheit mehr im Bundestag. Am 1. Oktober stellte die CDU/CSU ein konstruktives Misstrauensvotum, bei dem Helmut Kohl (CDU) als Schmidts Nachfolger zum neuen Bundeskanzler gewählt wurde.
 
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