•  
 
 
Kurt von Schleicher
* Geboren:
7. April 1882 in Brandenburg an der Havel
† Gestorben:
30. Juni 1934 in Neubabelsberg
Beruf:
Offizier, Reichskanzler der Weimarer Republik
Befreundet mit:
Eugen Ott
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Elisabeth (seit 1931)
Kinder:
-
Hobbys:
Reiten, Pferderennen
Besondere Kennzeichen:
schwer fassbar, wird bis heute widersprüchlich beurteilt

Wer war er?

Kurt von Schleicher war der letzte Reichskanzler der Weimarer Republik, bevor Adolf Hitler die Macht übernahm. Er war nur acht Wochen im Amt.

Laufbahn

Kurt von Schleicher begann mit 14 Jahren eine militärische Ausbildung, die ihn schließlich im Juli 1918 zum Major aufsteigen ließ. Er vertrat konservative Ansichten und war ein Gegner des Versailler Vertrages. An der Niederschlagung mehrerer Aufstände in der Weimarer Republik hatte er maßgeblichen Anteil. Am 1. Januar 1924 wurde er zum Obertstleutnant befördert.

1929 wurde er Chef des Ministeramtes in der neu geschaffenen Wehrmachtsabteilung im Reichswehrministerium. Er wurde zum Oberst und dann zum Generalmajor befördert. Schleicher entwickelte Pläne, wie die SPD auszuschalten sei und unterstützte die Kanzlerschaft Brünings per Notverordnung. Schleichers Versuch, die Nationalsozialisten zu zähmen, indem er die SA in eine übergeordnete Wehrorganisation einbinden wollte, scheiterte - die SA wurde verboten.

Unter Papens Regierung wurde Schleicher am 1. Juni 1932 Reichswehrminister. Schleicher hatte Papen selber als Kanzler bei Hindenburg vorgeschlagen. Papen löste das SA-Verbot auf, so wie Schleicher es mit Hitler besprochen hatte. Nach der Wahl vom 6. November 1932 trat Papen zurück, wurde aber erneut von Hindenburg mit der Regierungsbildung beauftragt.

Planspiel Ott

Schleicher ließ daraufhin das "Planspiel Ott" im Kabinett präsentieren. Darin hatte der Oberstleutnant Ott untersucht, welche Chancen die Reichswehr im Falle von gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Linken und den Nationalsozialisten hätte. Er sagte die Unterlegenheit der Reichswehr voraus. Zu solchen Auseinandersetzungen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen aber würde es vermutlich kommen, wenn die Regierung die Verfassung bräche.
Die Minister verweigerten nun Papen die Gefolgschaft. Am 3. Dezember ernannte Hindenburg Kurt von Schleicher zum neuen Reichskanzler.

Als Kanzler: Entwurf einer Querfront

Schleicher entwarf das Konzept einer "Querfront". Die Nationalsozialisten waren gespalten in ein gemäßigtes Lager um Gregor Strasser und den extremen Flügel um Hitler. Schleicher wollte die Partei ganz spalten und Strasser und seine Anhänger an der Regierung beteiligen. Er wollte dieses Lager mit den Sozialdemokraten und den Gewerkschaften in ein Boot bringen. Doch das Vorhaben scheiterte. Strasser wurde von Hitler entmachtet.

Ende der Kanzlerschaft

Während Schleicher bei Papen noch dagegen war, den Reichstag aufzulösen ohne Neuwahlen anzusetzen, setzte er sich nun genau dafür ein. Hindenburg lehnte dies jedoch ab. Papen vereinbarte in einem Gespräch mit Hitler am 4. Januar 1933 eine Kanzlerschaft Hitlers. Schließlich überzeugte Papen auch Hindenburg davon, Hitler als Reichskanzler einzusetzen und Papen zu seinem Vizekanzler zu machen. Damit war Schleicher ausgebootet. Schleicher trat am 28. Januar zurück. Am 30. Januar 1933 wurde Hitler Reichskanzler.

Ermordung 1934

Schleicher zog sich nach der Kanzlerschaft ins Privatleben zurück. Über die neuen Machthaber äußerte er sich mehrfach negativ. In einer politischen Säuberungswelle, bekannt unter dem Namen Röhm-Putsch, wurden auch Schleicher und seine Frau am 30. Juni 1934 ermordet.
 
  • Hintergrund BRD
  • Hintergrund DDR

Gefördert in den Jahren 2011 bis 2013 von:

''