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Günter Schabowski 1982
Günter Schabowski 1982
Günter Schabowski
* Geboren:
4. Januar 1929 in Anklam
† Gestorben:
1. November 2015 in Berlin
Beruf:
Journalist
Befreundet mit:
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Irina
Kinder:
2 Söhne
Hobbys:
Besondere Kennzeichen:
bekennt sich zur Mitverantwortung

Wer ist das?

Günter Schabowski war Mitglied des Politbüros des ZK der SED in der DDR. Am 9. November 1989 verkündete er auf einer Pressekonferenz eine neue Reiseregelung, was zum Ansturm von DDR-Bürgern auf die Grenze und schließlich zum Mauerfall führte.

Politische Laufbahn

Nach dem Abitur in Berlin-Friedrichshain 1946 trat Günter Schabowski dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) bei und arbeitete als Redakteur bei einer Gewerkschaftszeitung. 1950 trat er der Freien Deutschen Jugend bei, 1952 der SED. 1967/68 wurde er an der Parteihochschule der KPdSU in Moskau ausgebildet. Anschließend war er für das "Neue Deutschland", das Zentralorgan der SED, tätig und arbeitete sich bis zum Chefredakteur empor.

So war er zuständig für einen beträchtlichen Teil der Propaganda in der DDR. Politisch erfolgte ein weiterer Aufstieg, als Schabowski 1981 Mitglied des ZK der SED wurde. 1984 wurde er ins Politbüro gewählt, 1986 wurde er Sekretär des ZK. Neben Egon Krenz wurde Schabowski als ein möglicher Nachfolger Erich Honeckers als Generalsekretär gesehen.

Am 6. November 1989 wurde Schabowski zum "Sekretärs des ZK der SED für Informationswesen" ernannt, ein neu geschaffenes Amt als eine Art Regierungssprecher. Bei einer Pressekonferenz am 9. November 1989 verkündete Schabowski dann die berühmten Worte:

"Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Paß- und Meldewesen der Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. […] Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD bzw. zu West-Berlin erfolgen. [...] Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich."

Diese Nachricht verbreitete sich rasant und führte schließlich am gleichen Abend zur Öffnung der Mauer. Anders als geplant, bezog sich die verkündete Reiseregelung nicht auf endgültige Ausreisen aus der DDR , sondern bezog auch wiederholte Reisen mit Wiederkehr ein.

Nach der Wende

Wie die anderen hohen Funktionäre der SED verlor auch Schabowski seine Macht. Am 3. Dezember 1989 trat er mit dem ZK der SED zurück.
1997 wurde Schabowski zu drei Jahren Haft wegen Mitverantwortung am Schießbefehl an der Berliner Mauer und somit Totschlags verurteilt. Er focht das Urteil (ohne Erfolg) an, erkannte aber die moralische Mitschuld an den Todesschüssen. an. Nach knapp einem Jahr Haft wurde er im Jahr 2000 begnadigt und entlassen.
 
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