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Otto Graf Lambsdorff 1978
Otto Graf Lambsdorff 1978
Otto Graf Lambsdorff
* Geboren:
20. Dezember 1926 in Aachen
† Gestorben:
5. Dezember 2009 in Bonn
Beruf:
Rechtsanwalt, Minister
Befreundet mit:
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Renate (ab 1953) und Alexandra (ab 1975)
Kinder:
3 Kinder
Hobbys:
Rotary-Club, Johanniter
Besondere Kennzeichen:

 Wer war er?

Otto Graf Lambsdorff war ein Politiker der Bundesrepublik und gehörte der FDP an. Er war mehrere Jahre lang Wirtschaftsminister. Er war ein Verfechter der Marktwirtschaft. 1982 traten die FDP-Minister aufgrund des Lambsdorff-Papiers zurück. Wegen Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit der Flick-Affäre wurde Lambsdorff 1987 zu einer Geldstrafe verurteilt.

Politische Laufbahn

1951 trat Lambsdorff in die FDP ein, ab 1972 war er Abgeordneter des Bundestages und wurde im gleichen Jahr wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Als der bisherige Wirtschaftsminister Hans Friderichs (FDP) am 7. Oktober 1977 überraschend in den Vorstand der Deutschen Bank wechselte, berief Bundeskanzler Helmut Schmidt Lambsdorff als Nachfolger.

Nach der Bundestagswahl 1980 geriet die Koalition von SPD und FDP ins Wanken. Vor allem über den Bundeshaushalt 1983konnte man sich 1982 nicht einig werden. Schließlich zerbrach die Koalition. Lambsdorff schlug im sogenannten "Lambsdorff-Papier" eine Reform des Wirtschafts- und Sozialrechts vor. Er forderte die Durchsetzung marktwirtschaftlicher Prinzipien, die Haushaltskonsolidierung und die Kürzung von Sozialleistungen. Das widersprach sozialdemokratischer Denkweise.

Schmidt hatte damit das Vertrauen in die FDP verloren und plante ein Misstrauensvotum, doch die FDP-Minister kamen ihm zuvor. Sie traten am 17. September 1982 geschlossen zurück. Durch ein Misstrauensvotum wurde Helmut Schmidt als Kanzler von Helmut Kohl abgelöst, die FDP koalierte nun mit der CDU und so wurde Lambsdorff am 4. Oktober 1982 erneut Wirtschaftsminister, diesmal in der CDU-FDP-Koalition.

In der Flick-Affäre kam heraus, dass Politiker großzügige Spenden des Flick-Konzerns angenommen hatten. Otto Graf Lambsdorff gehörte zu den Hauptverdächtigen. Ende 1983 wurde Anklage erhoben, im Juni 1984 trat Lambsdorff von seinem Amt als Wirtschaftsminister zurück. Am 16. Februar 1987 erfolgte die Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. Aus Mangel an Beweisen wurde der Vorwurf der Bestechlichkeit fallengelassen. Lambsdorff musste eine Geldstrafe in Höhe von 180.000 DM leisten.

Er blieb in seiner Partei dennoch beliebt und wurde 1988 zum Parteivorsitzenden der FDP gewählt. 1998 schied er aus dem Bundestag aus.
 
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