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Ludwig Erhard
* Geboren:
4. Februar 1897 in Fürth
† Gestorben:
5. Mai 1977 in Bonn
Beruf:
Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftsminister, Bundeskanzler
Befreundet mit:
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Luise
Kinder:
Elisabeth
Hobbys:
Zigarren rauchen
Besondere Kennzeichen:
Zigarre im Mund oder in der Hand

Wer war er?

Ludwig Erhard war seit der Gründung der Bundesrepublik 1949 Wirtschaftsminister. Er gilt als der Vater des "Wirtschaftswunders" der 50er Jahre. 1963 wurde er der zweite Bundeskanzler der Bundesrepublik. Zur Bundestagswahl 1966 trat er nicht noch einmal an.

Berufliche Laufbahn

Nach einer Ausbildung zum Diplom-Kaufmann studierte Erhard Wirtschaftswissenschaften und beendete 1925 seine Doktorarbeit. Ab 1928 arbeitete er im Institut für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware in Nürnberg, zunächst als Assistent, dann als stellvertretender Leiter. Ab 1942 leitete er bis Kriegsende das von ihm gegründete Institut für Industrieforschung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekleidete er mehrere hohe politische Ämter. Sein Rat als Wirtschaftsfachmann war geschätzt. Ab März 1948 war er als Direktor der "Verwaltung für Wirtschaft" für die Wirtschaftspolitik in den westlichen Besatzungszonen verantwortlich. Er führte mehrere Reformen durch.

Wirtschaftsminister

Nach der Bundestagswahl 1949 wurde Erhard als Wirtschaftsminister in das Kabinett von Konrad Adenauer berufen. Er vertrat eine vom Staat gelenkte Wirtschaftspolitik, in der der Staat einen Ordnungsrahmen für den freien Wettbewerb schafft. Außerdem vertrat er die Soziale Marktwirtschaft. Der wirtschaftliche Aufschwung der 50er Jahre machte Erhard zu einem im Volk sehr beliebten Politiker. 1957 beschrieb er seine Wirtschaftspolitik in dem Buch "Wohlstand für alle".

Über die Rentenreform geriet Erhard in Streit mit Bundeskanzler Adenauer. Der setzte die Reform schließlich durch, den sogenannten "Generationenvertrag", bei dem die Jungen für die Rente der Alten aufkommen. Erhard meinte, dass diese Reform nicht zukunftsfähig sei, Adenauer wies ihn zurück und sagte: "Kinder kriegen die Leute sowieso".

Bundeskanzler

1963 wurde Ludwig Erhard nach Adenauers Rücktritt zu dessen Nachfolger als Bundeskanzler gewählt. Seit 1957 auch Adenauers Stellvertreter als Vizekanzler, war Erhard dennoch nicht dessen Wunschkandidat. Er galt auch vielen anderen in der CDU als Übergangslösung mit dem Ziel, die Bundestagswahl 1965 zu gewinnen - was auch geschah. Als Kanzler war er dann tatsächlich oft glücklos und Führungsqualitäten wurden ihm abgesprochen.

In der Außenpolitik näherte er sich mehr den USA an und musste sich vorwerfen lassen, die deutsch-französischen Beziehungen dadurch zum Abkühlen gebracht zu haben. Erhard selbst verstand sich als Volkskanzler und sprach sich für mehr Kollegialität aus. Mit der Wirtschaftskrise 1966 verlor er aber weiter an Zustimmung, auch in der CDU, die in mehreren Landtagswahlen Niederlagen hinnehmen musste.

Am 30. November 1966 trat Erhard als Bundeskanzler zurück, nachdem die FDP-Minister am 28. Oktober 1966 zurückgetreten waren. Kurt Georg Kiesinger (CDU) und Willy Brandt (SPD) bildeten die erste Große Koalition in der Geschichte der Bundesrepublik.

Erhard blieb noch weitere elf Jahre Abgeordneter des Bundestags. Er starb am 5. Mai 1977 in Bonn.
 
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