Hintergrundbild Epoche

Österreich-Ungarn


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Kaiser Franz
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Die Verteilung der Völker in Österreich-Ungarn im Jahr 1911
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Karte von Militärbündnissen in Europa in 1914

1867 hatten sich das Kaisertum Österreich und das Königreich Ungarn zusammengeschlossen. Man verhandelte und erzielte schließlich den "Österreichisch-Ungarischen Ausgleich". Die beiden Länder waren seitdem die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Man spricht auch von der k.u.k Doppelmonarchie. Die Abkürzung steht für "kaiserlich und königlich". Kaiser von Österreich und gleichzeitig König von Ungarn war seit 1867 Franz Joseph I. Er blieb bis 1916 auf dem Thron.

Franz Joseph I.

Franz Joseph I. war schon seit 1848 Kaiser von Österreich, 1867 übernahm er dann die Krone für Österreich-Ungarn. Großer Popularität erfreut sich bis heute seine Frau, Kaiserin Sisi. Franz Joseph bemühte sich, beide Landesteile gleich zu behandeln, um sich keine Benachteiligung Ungarns vorwerfen lassen zu müssen.

Ein großer Vielvölkerstaat

Österreich-Ungarn war ein Vielvölkerstaat. Hier lebten also viele Völker, z.B. Slowenen, Kroaten, Serben oder Slowaken. Das schuf viele Probleme. Der Größe nach war Österreich-Ungarn der zweitgrößte Staat Europas, von der Bevölkerung her der drittgrößte.

Die Bosnische Krise

1878 besetzte Österreich-Ungarn dann Bosnien-Herzegowina, das 1908 schließlich ganz dem Staat einverleibt wurde (Annexion). Zuvor hatte das Gebiet noch offiziell zum Osmanischen Reich gehört. Die Annexion rief Proteste nicht nur der Osmanen, sondern auch in Russland und im Königreich Serbien hervor, denn in Bosnien-Herzegowina lebten vor allem Südslawen. Die so ausgelöste Bosnische Krise bedeutete erhöhte Kriegsgefahr. Der Ausbruch wurde schließlich verhindert, weil Russland sich nicht in der Lage sah, gegen den Zweibund (Österreich-Ungarn und Deutsches Reich) zu kämpfen und Frankreich keine Unterstützung anbot. Das Osmanische Reich wurde durch eine Geldzahlung entschädigt.

Magyarisierung in Ungarn

Ungarn hatte mit dem Ausgleich weitreichende Selbstbestimmung erhalten. Die Magyaren (Volk der Ungarn) versuchten die anderen Völker im Land zu unterdrücken. Immerhin die Hälfte der Bevölkerung gehörte anderen Nationalitäten an, darunter Rumänen (16 Prozent der Bevölkerung 1910), Slowaken (11 Prozent), Deutsche (10 Prozent), Serben (2,5 Prozent) und Kroaten (1,5 Prozent). Man nennt das Aufzwingen des Ungarischen auch Magyarisierung. Die Nichtmagyaren sollten gewaltsam zu einem Teil des magyarischen Volkes gemacht werden und z. B. deren Sprache und Kultur annehmen. Auch das schuf natürlich Probleme.

Erster Weltkrieg

Eine Geheimorganisation im Königreich Serbien wollte das von Österreich-Ungarn einverleibte Bosnien-Herzegowina befreien und mit Serbien und Montenegro vereinen. Darum wurde im Attentat von Sarajewo der österreichische Thronfolger ermordet. Das war der Auslöser für den Ersten Weltkrieg: Österreich-Ungarn bat das Deutsche Reich um Unterstützung und erklärte Serbien den Krieg.

Da Russland sich als Schutzmacht der slawischen Völker sah und darum Serbien unterstützte, wurde es nun ebenfalls in den Krieg hineingezogen. Es erklärte Österreich-Ungarn den Krieg. Russland wiederum war mit Frankreich und Großbritannien in der Triple entente verbündet. Der Erste Weltkrieg, auch  der "Große Krieg" genannt, war nicht mehr aufzuhalten.

1918 kam das Ende für Österreich-Ungarn.


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